Seit 1987 ist das DORFmuseum in "Miens Schauer", einer alten Fachwerkscheune aus dem Jahre 1770 untergebracht. Verteilt auf 4 Etagen beherbergt das DORFmuseum heute über 2.000 heimatkundliche Exponate.

Neben mehreren Hundert historischen Fotos und Dokumenten dokumentiert eine umfangreiche Sammlung von Arbeits- und Küchengeräten, alten Maschinen, Wohnungseinrichtungen, Musikinstrumenten und vielem mehr das Wohnen, Leben und Arbeiten in der Kroppacher Schweiz im 19. und 20. Jahrhundert.

 

Eine gelungene Ergänzung der Hauptausstellung ist der besonders bei Kindern beliebte naturkundliche Bereich mit zahlreichen Präparaten heimischer Tiere. Er bildet die Abschlussstation des Wander-Quiz Bachlehrpfad und präsentiert als imposanten Höhepunkt die größte jemals in Limbach gefangene Bachforelle.

„Miens Schouer“ wird zum DORFmuseum

Es war 1987, als die Gemeinde Limbach die baufällige „Miens Schouer“ („Schouer“ = Dialekt für Scheune) erwarb, um sie nach Sanierung als Lager- und Abstellraum zu nutzen. Lediglich ein kleiner Teil des Fachwerkjuwels aus dem 18. Jahrhundert sollte als Ausstellungsfläche für alte Gebrauchsgegenstände dienen. Doch es kam anders: Ein Aufruf an die Einwohner Limbachs und der umliegenden Dörfer, alte Gebrauchsgegenstände, Fotos, Dokumente und so weiter zu spenden, hatte einen derartigen Erfolg, dass sich die Gemeinde entschloss, „Miens Schouer“ komplett als Museum zu nutzen.

Und so schufen sich die Limbacher mit fachmännischer Unterstützung des Landschaftsmuseums Westerwald  ein kleines, aber feines DORFmuseum, das am 20. März 1987 offiziell eröffnet wurde. Neben sehr viel ehrenamtlichem Engagement der Limbacher Einwohner hat die Gemeinde Limbach rund 47.000 Mark in das DORFmuseum investiert. Weitere 104.00 Mark steuerte das Land Rheinland-Pfalz im Rahmen des Programms zur DORFerneuerung bei.

Mit dem Museum soll die Erinnerung an das Leben der Vorfahren in den Dörfern der Kroppacher Schweiz lebendig gehalten werden. Nach über 30 Jahren kann heute festgestellt werden: Das ist bestens gelungen!

Vergangenes Leben und Arbeiten in der Kroppacher Schweiz

Bereits am Eingang vermittelt eine Bildtafel mit Fotografien Einblicke in das Leben rund um Limbach, wie es sich vor neunzig oder hundert Jahren einmal abspielte.

Ein paar Schritte weiter kann der Besucher ein wahres Raritätenstübchen bestaunen. Neben landwirtschaftlichen Gerätschaften gibt es in der Abteilung Milchverarbeitung eine Buttertrommel aus dem 19. Jahrhundert, urige Milchkannen und Zentrifugen zu sehen. Wer wissen möchte, wie Anno 1870 Wäsche gereinigt wurde, für den steht eine "Waschmaschine" dieser Tage bereit. Rund 500 Jahre alte Dachnägel und viele Kleinigkeiten sind weitere Dinge, die gleich im Parterre buchstäblich sehenswert sind.

Vom Flur aus betritt man die Scheune, in der sogar die fahrbare Handlöschpumpe auf Holzwagenrädern der früheren DORFfeuerwehr ausgestellt ist.

Historische Anekdoten, aber auch ein gutes Stück Ortsgeschichte, erzählen die Akten des kleinen Archivs, das ebenfalls im Erdgeschoss untergebracht ist: Hier verrät ein Brandregister aus 1860, dass der Wert der DORFschule auf 860 Gulden geschätzt wurde und dass der Backes gar noch weniger brachte. Nur 560 Gulden wurden für ihn damals veranschlagt.

Selbst König Wilhelm ist im Limbacher DORFmuseum ein kleines Plätzchen gewidmet. Zwar regelt der Blaublütige nur per Verordnung aus dem Jahre 1899 die Fischereirechte der Gemeinde, aber immerhin. Aufschlussreich auch das Viehhandelsbuch, das auf 1829 datiert ist. Denn, wer des Schreibens nicht mächtig war, der unterschrieb damals kurz und bündig mit drei Kreuzen. Neben einem umfangreichen Aktenbestand wird in dieser "Stöberstube" eine Sammlung mit Gesteinen des Westerwaldes gezeigt.

Den häuslichen Bereich früherer Zeiten findet der Besucher treppauf zur Linken. Alter Bauernschrank und Bett, Kohlenherd und Harmonium von 1903 dokumentieren Wohnen, wie es einmal war.

Ein paar Stufen weiter oben ist ein Raum dem Thema Landwirtschaft und dem bäuerlichen Broterwerb gewidmet. Hunderte Exponate verschaffen einen gründlichen Einblick in die bäuerliche Kultur des Westerwaldes. Ausgestellt wird zum Teil Seltenes: So ein "Sumpfschuh", der Pferden beim Arbeiten in rutschigem Gelände über die Hüfte gestreift wurde. Ob antiquiertes Kuhjoch oder hölzerner Pferdeschlitten, es fehlt kaum etwas, was früheres Leben und Arbeiten in der Landwirtschaft bestimmte.

Wer den Gang unter das Dach nicht scheut, den erwarten rund 90 heimische Tiere. Ob Uhu oder zähnefletschender Waschbär, alles ist vertreten. Gefährlich ist es allerdings nicht, sind die "Kameraden" doch alle ausgestopft und präpariert. Zum Leben in und um Limbach gehörte natürlich auch die DORFschule. Alte Schiefer-, und Rechentafel, Pult und Landkarten führen zurück in die Anfänge neuzeitlicher Pädagogik. Untergebracht ist die Schulecke ebenfalls unter dem Dach.

Die nachfolgenden Fotos geben einen kleinen Überblick über die Exponate der Ausstellung unseres DORFmuseums. Sie ersetzen aber auf keine Fall einen Besuch im DORFmuseum von Limbach.

Anreise, Lage & Öffnungszeiten

Adresse:

Bornstube 10
57629 Limbach

Anreise:

DORFkarte

 

Öffnungszeiten:

Täglich geöffnet von 09.00 – 18.00 Uhr